09. Juni 2022 Krankenhaus und Gesundheitswesen, Produkte und Services, Strategie und Markt

Aufbruch in eine neue Arbeitswelt

Katharina Mottyll
Team strategische Kommunikation

Sowohl der wirtschaftliche und kulturelle Wandel als auch die neue Generation an Mitarbeitenden fordern tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitswelt. Der Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance, nach Persönlichkeitsentfaltung und fairen Arbeitsbedingungen sind selbstverständlich geworden, auch im Gesundheitswesen. Hier wird die Arbeitssituation zudem vom weiterhin gravierenden Personalmangel geprägt, der sich durch die Coronakrise zusätzlich verschärft hat. Kliniken und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens müssen sich darüber hinaus mit Herausforderungen wie der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) und der Richtlinie zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL), dem allgemeinen Fachkräftemangel und der nur schleppend voranschreitenden Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen auseinandersetzen.

Kurz: Die Zeit ist reif für neue Konzepte für zukunftsweisende und wertstiftende Arbeit.

New Work bedeutet, ein wertschätzendes und offenes Miteinander zu pflegen.

Der Begriff »New Work« wurde vom Sozialphilosophen Prof. Dr. Frithjof Bergmann entwickelt. Bergmann beschäftigte sich mit der philosophischen Frage nach der Freiheit des Menschen, auch im Arbeitskontext. Und er stellte fest, das New Work der Beginn eines tiefgreifenden Wandels und Prozess ist, der mit der Frage beginnt, wie wir arbeiten wollen, wie wir aus der Arbeit einen tieferen Sinn gewinnen und unsere eigene Persönlichkeit einbringen können. 

Vor allem in digitalen Berufen finden sich viele Formen von New Work mittlerweile wieder, anderen Berufszweigen fällt es deutlich schwerer, sich den neuen Herausforderungen der Arbeitswelt zu öffnen. Mit Blick auf das Gesundheitswesen wird dies mehr als deutlich.  

Der Personalmangel im Gesundheitswesen bereitet den Menschen in Deutschland große Sorgen: Für sechs von zehn Bürgern gehört fehlendes Personal aktuell zu den größten Baustellen im Gesundheitssystem. Das geht aus einer aktuellen Ipsos-Umfrage hervor. Das Ärzteblatt spricht von 35.000 fehlenden Pflege-Fachkräften im Jahr 2021. Hinzu kommen zahlreiche unbesetzte Medizinerstellen.

Doch wie können sich Kliniken diesen immensen Herausforderungen stellen? New Work kann Impulse geben, um einigen dieser Herausforderungen zu begegnen: 

1. Agile Führung und New Leadership 

Mit einer wertschätzenden und agilen Organisationsstruktur auf Augenhöhe kann die Motivation der Mitarbeitenden steigen. Werden mehr Entscheidungen gemeinsam im Team getroffen, wirkt sich das zudem positiv auf das Selbstwertgefühl jedes Einzelnen aus. Für Kliniken bedeutet das: Werden Mitarbeitende bereits in die Dienstplanung intensiver eingebunden, kann dies zu spürbar mehr Mitarbeiterzufriedenheit und weniger Fluktuationen führen. Mit digitalen Applikationen wie TIMEOFFICE mobile haben Teams in der Pflege und auf der Station eine App, mit der sie sich deutlich besser organisieren können. Denn alle Mitarbeitenden haben ihren Dienstplan jederzeit auf dem Smartphone – mobil und digital.  Als zusätzlicher Benefit kann man mit der mobile App Umfragen im Team erstellen oder Nachrichten senden. So kann eine agile wie transparente Kommunikationsstruktur entstehen. 

Werden mehr Entscheidungen gemeinsam im Team getroffen, steigt das Selbstwertgefühl jedes Einzelnen.

2. Digitalisierung

Im Hinblick auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen zählt Deutschland laut internationaler Studien zu den Schlusslichtern im europäischen Vergleich. So heißt es in einer im März 2022 veröffentlichten Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsfor­schung (ISI) in Karlsruhe. Eine verpasste Chance, denn Digitalisierung kann Menschen unter anderem von vielen Routineaufgaben befreien und die Möglichkeiten einer effizienten und schnellen Kommunikation untereinander eröffnen, die wiederum zu mehr Ideen und schnelleren Lösungen führt. Darüber hinaus erleichtern intelligente Softwaretools, wie die Personal- und Dienstplanung TIMEOFFICE den Arbeitsalltag auf Stationen: Herausforderungen wie das kurzfristige Ausfallmanagement oder das Einhalten von Richtlinien wie PpUG und PPP-RL können deutlich effizienter, routinierter und gerechter mit Hilfe digitaler Features und passgenauem Customizing gestaltet werden. 

Die Digitalisierung unterstützt und befreit die Menschen von Routineaufgaben und bietet mehr Funktionen durch Applikationen.

3. Individuelle Fähigkeiten und Potenziale aktivieren

Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel gilt es, die bereits vorhandenen Potenziale der eigenen Mitarbeitenden zu erkennen, zu fördern und gezielt einzusetzen. Es lohnt sich, wenn Kliniken und Personal-, sowie Pflegedienstleitungen schauen, welche verborgenen Fähigkeiten in ihren Mitarbeitenden schlummern und ihnen die Möglichkeit zu geben, diese durch Fort- und Weiterbildung auszubauen. Fakt ist, das Erfolg, der auf eigenen Kompetenzen fußt, einen enormen Motivationsschub mit sich bringt und das Selbstbewusstsein steigert. Nicht zuletzt werden motivierte und wertgeschätzte Mitarbeitende immer gerne zur Arbeit kommen und sich ihrem Arbeitgeber deutlich verbundener fühlen.  

Es gilt, die bereits vorhandenen Potenziale der eigenen Mitarbeitenden zu erkennen, zu fördern und gezielt einzusetzen.

New Work ist keinesfalls eine moderne Randerscheinung von digitalen Arbeitsbereichen, sondern ein Megatrend für die gesamte Arbeitswelt. Wenn es gelingt, die traditionell stark hierarchisch geprägten Strukturen im Gesundheitswesen zugunsten von mehr Transparenz, Mitgestaltung und Diversität zu öffnen, liegt darin großes Potenzial. Nicht zuletzt spielt die Digitalisierung eine große Rolle, um Arbeitsschritte zu vereinfachen, sich im Team besser zu organisieren und Prozesse zu automatisieren. Damit haben Kliniken die Möglichkeit, Personal zu binden, neue Arbeitskräfte zu rekrutieren und gleichzeitig Erlöse zu steuern.

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